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FightING ILISU DAM - SAVE HASANKEYF AND TIGRIS VALLEY |

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Welcome to the Homepage of the „Initative to Keep Hasankeyf Alive“ |
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Österreich: Protestwelle gegen Staudamm-Projekt |
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Reportage aus Ostanatolien: Hasankeyf. „Bis hierher wird das Wasser stehen, wenn der Ilisu-Stausee voll ist“, sagt Rüstem Ayhan und zeigt auf die Oberkante der Fenster seines Restaurants. Es ist das höchste Restaurant in Hasankeyf, direkt am Tor zur Altstadt oben am Berg: In die fast senkrechte Sandsteinwand ist eine geräumige Höhle mit weißgekalkten Wänden gegraben. Man sitzt auf Polstern und Teppichen, an den niedrigen Tischen wird Tee in goldenen Gläsern serviert. Es sieht aus wie in Tausend und einer Nacht. Vermutlich ist diese Höhle seit 5000 Jahren ein Restaurant – so lange ist Hasankeyf schon eine Stadt, seit den Sumerern. Besiedelt ist der Ort seit 11.000 Jahren. Von Rüstems Terrasse aus sieht man hunderte Höhlen, Wohnhäuser, Geschäfte, die Moschee aus dem 14. Jahrhundert, die steinerne Brücke über den Tigris. „Das alles wird unter Wasser verschwinden. Wir haben Dutzende Kulturen erlebt, von den Sumerern bis zum Osmanischen Reich. Wir haben sogar den Angriff der Mongolen überlebt. Jetzt ist es wohl aus, wenn ihr den Damm baut“, sagt Rüstem. „Ihr“, das sind die Österreicher. Der Damm, das ist der Ilisu-Damm – ein 135 Meter hoher Staudamm zu Stromerzeugung, der flussabwärts den Tigris aufstauen und in einen 150 km langen See verwandeln soll, halb so groß wie der Bodensee. Neben der Stadt Hasankeyf sollen 199 kurdische Dörfer, 150 davon besiedelt, darin versinken. Die türkische Regierung will den Damm schon seit 35 Jahren bauen – aber erst sagte die Weltbank ab, weil die ökologischen und menschenrechtlichen Auswirkungen zu groß sein. Dann, vor fünf Jahren, stieg wegen der internationalen Proteste ein Baukonsortium rund um den englischen Konzern Balfor Beatty aus. Nun hat die österreichische VA-Tech/Andritz die Bauleitung übernommen. Der Spatenstich ist gesetzt, man wartet nur noch auf Exportgarantien der Finanzministerien von Österreich, der Schweiz und Deutschland: Das Projekt soll mit Steuergeldern besichert werden. „Das Projekt ist verbessert worden. Wir haben etwa ein umfangreiches Programm für die Menschen entwickelt, die umgesiedelt werden müssen. Sie bekommen neues Land oder Entschädigungen“, sagt Alexander Schwab, Sprecher der VA-Tech. Osman kann nicht auf Entschädigung hoffen: Seit der Räumungsversuche hat hier kaum jemand einen Landtitel, und ohne Landtitel wird es schwierig. Im besten Fall wird das Dorf oberhalb des Staudamms wieder aufbaut: „Doch dort sind nur Felsen – wovon soll man da leben?“ sagt Osman. „Wir werden wohl in die Elendsviertel von Dyarbakir gehen müssen.“ Denn der Bau des Dammes soll zwar Tausende Arbeitsplätze bringen – doch ist er in acht Jahren einmal fertig, werden nur mehr knapp 500 Menschen dort arbeiten. 80 Prozent der Gemeinden in der Region sind daher gegen das Projekt. INFO-KASTEN |