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FightING ILISU DAM - SAVE HASANKEYF AND TIGRIS VALLEY |

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Welcome to the Homepage of the „Initative to Keep Hasankeyf Alive“ |
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General Statement by Dikasum on the impacts of the Ilisu dam, by Handan Coskun (german) |
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Unsere Kultur und Geschichte soll nicht untergehen!
Wir wollen keine Staudämme!
Die Provinz Diyarbakir hat infolge des bewaffneten Konflikts der letzten 20 Jahre in unserer Region des Südosten und Ostens viele ernsthafte Probleme erleben müssen. So wurden 4 tausend Dörfer zwangsentleert. Die meisten Menschen dieser Siedlungen fanden zunächst Zuflucht in Diyarbakir, von dort aus zogen sie in andere Provinzen. Auch kamen die durch die Talsperren des Südostanatoplienprojekts (GAP) vertriebenen Menschen nach Diyarbakir und in die anderen Provinzen. Kriege, Naturkatastrophen und Zwangsumsiedlungen betreffen in erste Linie die Frauen und Kinder. Durch die zwangsweise hinzugezogenen Menschen stieg die Bevölkerung von 600.000 auf 1.362.000 Menschen. Doch das für diese Provinz bzw. Stadt zur Verfügung gestellte Budget blieb auf dem gleichen Niveau und orientierte sich nicht am Bevölkerungswachstum. Seit dem Jahr 2000 bilden durch den Zuzug in die Städte die Frauenselbstmorde ein Hauptthema der Tagesordnung in Diyarbakir. Vor allem durch die Diyarbakir und Batman stattfindenden Selbstmorde von Frauen gründete die Ober-Stadtverwaltung von Diyarbakir mit einem Beschluss des Stadtparlaments das Zentrum zur Untersuchung von Frauenfragen und deren Anwendung (Dikasum). Dikasum hat sich zum Ziel gesetzt, die Ursachen der Frauenselbstmorde, die Auswirkungen der Zwangsmigration auf die Frauen und die Problemfelder für Frauen infolge des unkontrollierten Stadtwachstums zu analysieren und herausgearbeitete Lösungen anzuwenden. Dikasum hat seit seiner Grüdung vor fünf Jahren in den betreffenden Stadtvierteln Felduntersuchungen durchgeführt und die frauenspezifischen Fragen vor Ort festzustellen. Die Frauen vom Land haben auf der einen Seite Anspassungsprobleme und auf der anderen Seite grosse Probleme durch die schlechte wirtschaftliche Lage. Wiederum müssen die Frauen und Männer vom Land, wo sie sich in ihrem Wirtschaftsgebiet gut auskannten, nun in den Städten als ungelernte Arbeitskräfte durchschlagen und ihr Leben mit grossen Problemen fortführen. Familien mit solchen Problemen können ihren Kindern keine gute Zukunft anbieten. So arbeiten bis zu 20.000 Kinder auf den Straßen von Diyarbakir, um den Finanzen der eigenen Familie etwas beizutragen. Diese Kinder sind auf den Straßen allen möglichen Problemen und Gefahren ausgesetzt. Obwohl in den letzten fünf Jahren mehrere Frauenorganisationen gegründet wurden, konnten diese den Problemen nicht gewachsen sein. Nach Angaben von UNICEF beträgt die Grenze der absoluten Armut bei 39,7 %, in Diyarbakir wird dieser Wert überschritten und auf 28.000 arbeitende Menschen kommen 312.000 Menschen. Nach der Industrie- und Handelskammer beträgt im Jahre 2000 die Arbeitslosenquote 70 %. Im Jahre 2005 wird die Anzahl der Menschen mit Anträgen bei der Ober-Stadtverwaltung und beim Gouverneursamt von Diyarbakir mit 100.000enden beziffert. 41,9 % der Gebäuden haben keine Bauerlaubnis, was eine direkte Folge der Zwangsvertreibungen ist. So entsprechen 50.000 von insgesamt 119.321 Gebäuden nicht den üblichen Standarts und Kriterien. In der Stadt finden sich knapp 10.000 Gebäuden, in denen knapp 80.000 Menschen leben.
Die in den letzten Jahren auf der Tagesordnung stehenden Talsperrenprojekte werden grosse Probleme mit sich bringen. Das Ilisu-Staudamm Projekt wird insgesamt 95 Dörfer, 104 Weiher und die Stadt Hasankeyf komplette direkt betreffen. Es ist zu erwarten, dass infolge des Ilisu-Staudamms etwa 78.000 Menschen umsiedeln müssen. Wenn es zu den Umsiedlungen kommt, wird die Stadt Diyarbakir durch den neuen Zuzug sehr leiden. Auch ist es sehr diskutabel, dass archäologische Stätten durch nationale und internationale Unternehmen unter den Wassermassen unter gehen werden, obwohl dies durch internationale Vereinbarungen untersagt ist. Für uns sind vor allem Frauen auf der Tagesordnung, die infolge der Migration und Zwangsumsiedlungen mit Traumas konfrontiert sind. Für religiöse Frauen, die ihren Toten nachbeten, sind Besuche der Gräber von Angehörigen sehr wichtig. Durch die Besuche der Gräber und die dort verrichteten Gebete kommen sie ihre religiösen Pflichten nach, wodurch sie sich auch innerlich und psychisch besser fühlen. Die Überflutung von tausenden Gräbern wird zu noch mehr Traumas führen, was unsere Probleme anwachsen werden lassen. Weil wir sowohl nicht wollen, dass sowohl die antike Stadt Hasankeyf überflutet wird als auch keine Traumas infolge der zwangsweisen Umsiedlungen für die betroffenen Menschen – vor allem Frauen und Kinder – auftreten, sagen wir zu Talsperren “NEIN”. Diyarbakir kann mit seiner jetzigen Verfassung keinen weiteren Zustrom von Menschen verkraften. Die Menschen sollen vor Ort unterstützt werden, damit sie dort ein zufriedenes Leben führen. Wir fordern, dass der Ilisu Staudamm und alle anderen Talsperren gestoppt werden, damit keine weiteren historischen und kulturellen Werte verloren gehen.
Handan Coşkun Diyarbakır Metropolitan Municipality Women’s Center, DİKASUM Coordinator Diyarbakir/Turkey Email: handancoskun@hotmail.com
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