FightING ILISU DAM  - SAVE HASANKEYF AND TIGRIS VALLEY

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Die Presse: Turkey: Will the dam desiccate (run dry) Iraq? (04.05.2007)

Translatäon of the article (original in german below):

 

Turkey: Will the dam desiccate (run dry) Iraq?

4th May 2007

 

Wien. In a letter to the EU-Foreign Commissionar Benita Ferrero-Waldner the Iraqi Foreign Hosyar Zebari demands to intervene to the Turkish government. Subject: the conflict on the Ilisu dam in the Kurdish of Turkey. In March the export credit agency ÖKB of Austria approved the Ilisu dam with 230 Million Euro for the Austrian company VA Tech Hydro. The same was done by Germany and Switzerland.

 

The Iraqi Foreign Minister says in the letter, which “Press” could get, that Turkey has missed to negotiate with Iraq and Syria about the project – particularly on the remaining water amount. Instead of annual 20.93 Billion cubicmeter water after the finish of the project only 9.7 Billion cubicmeter water would flow from Iraq to Turkey – less than the half.

 

Enlargement of desserts?

“This will have disastrous impacts on the whole life in Iraq” is said in the letter. “Concretely this will have decrease in the agriculture and it will enlarge the desserts. It will lead to more sand storms. And we hope that your excellency will do everything to stop this project as long there is no agreement between Turkey, Iraq and Syria on the water management.”

 

The speakesperson of EU-Foreign Commissionar says that this letter exists and that they are working on a response. Some weeks ago the Patriotic Union of Kurdistan, the party of Jalal Talabani, already sent a letter to the Austrian Government and criticized the Austrian engagement. The Turkish Kurdish region are politically instabil.

 

The Austrian finance minister Molterer (ÖVP-Austrian Peoples Party) did not commented the credit given. The state secretary for finance Christop Matznetter (SP-Social Democratic Party)

 

Nevertheless Austrian environment and human rights organizations continue with their resistance. Especially WWF, the Forum of Austrian Scientists for Conservation of Environment and reverend Karlheinz Baumgartner will continue to handle this issue.

 

For the speakesperson of the Ilisu Implementation Consortium (VA Tech Hydro) such expressions (comments) are not acceptable. The dam is “one of the best checked projects of its kind in the world and will bring not only advantages for the region, also for the people living there.”

 

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Türkei: Lässt Damm den Irak austrocknen?

 

04.05.2007 | MICHAEL LOHMEYER (Die Presse)

 

Iraks Regierung fürchtet „desaströse Auswirkungen“ durch aufgestauten Tigris.

 

WIEN. In einem Brief an EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner drängt Bagdads Außenminister Hoshiyar Zebari darauf, bei der türkischen Regierung zu intervenieren. Thema: der Streit um den Ilisu-Staudamm am Tigris im Kurdengebiet der Türkei. Im März hat die Österreichische Kontrollbank (ÖKB) eine Exportgarantie abgegeben – unter anderem, um das 230 Millionen Euro-Engagement der VA Tech Hydro abzusichern. Die Exportkreditbanken der Schweiz und Deutschlands geben für Aufträge am Ilisu-Staudamm auch Absicherungen.

In dem der „Presse“ zugespielten Brief führt der irakische Minister aus, dass es die Türkei verabsäumt habe, mit dem Irak und Syrien über das Projekt zu verhandeln – insbesondere über die Restwassermengen. Statt bisher 20,93 Milliarden Kubikmeter jährlich fließen im Flussbett des Tigris nach Fertigstellung des Dammes demnach nur noch 9,7 Milliarden Kubikmeter Wasser über die türkisch-irakische Grenze – also weniger als die Hälfte.

 

Ausweitung der Wüsten

„Das wird desaströse Auswirkungen auf alle Lebensbereiche im Irak haben“, heißt es in dem Brief des Ministers. Konkret sei mit Rückgängen in der landwirtschaftlichen Produktion zu rechnen, ebenso mit der Ausweitung von Wüsten. „Es wird mehr Sandstürme geben.“ Und: „Wir hoffen auch, dass Eure Exzellenz alle Anstrengungen unternimmt, um zu verhindern, dass Europäische Institutionen und Firmen das Ilisu-Projekt unterstützen, solange es nicht ein Übereinkommen mit Syrien und dem Irak über das Wassermanagement gibt.“

Die Sprecherin von EU-Kommissarin Ferrero-Waldner: „Ja, der Brief existiert. An der Antwort wird noch gearbeitet.“ Bereits vor einigen Wochen hat die Patriotische Union Kurdistans, dessen Gründer Iraks Staatspräsident Jalal Talabani ist, einen offenen Brief an Mitglieder der Regierung in Wien gerichtet und das österreichische Engagement kritisiert. Das türkische Kurdengebiet gilt als politisch instabil.

Finanzminister Wilhelm Molterer (VP) hatte sich zum Kredit nicht zu Wort gemeldet, Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter (SP) das Projekt verteidigt.

Trotz Unterstützung für das Projekt durch Österreich, die Schweiz und Deutschland geben Umwelt- und Menschenrechtsgruppen ihren Widerstand nicht auf: in Österreich vor allem WWF, Eca-Watch und das Forum österreichischer Wissenschaftler für den Umweltschutz. Karlheinz Baumgartner, Pfarrer in Tirol, will den Damm „in den Kirchen zum Thema machen. Ich bin bestürzt über Österreichs Rolle.“

Für den Sprecher des Ilisu-Errichtungskonsortiums (und von VA Tech Hydro) sind derartige Äußerungen nicht nachvollziehbar. Der Staudamm sei „eines der am besten überprüften Großprojekte seiner Art“ und bringe nicht nur der „bisher wirtschaftlich benachteiligten Region“, sondern auch „den dort lebenden Menschen Vorteile“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2007)