FightING ILISU DAM  - SAVE HASANKEYF AND TIGRIS VALLEY

Welcome to the Homepage of the „Initative to Keep Hasankeyf Alive“

Standard: Finanzierung für Ilisu-Staudamm fehlt

Standard, 14.2.2006

'Finanzierung für Ilisu-Staudamm fehlt'

Utl: VA Tech Hydro wartet auf Exportsicherung

Wien- Auf ihren Internetseiten loben die Firmen das Jahrhundertprojekt in höchsten Tönen. Die Bezeichnung Jahrhundert könnte sich freilich bald auf den Zeitraum beziehen, in dem die noch zu Siemens gehördne VA-Tech -Kraftwerssparte "Hydro" mit dem türkischen Mega-Studammprojekt Ilisu beschäftigt ist: Es sind bis jetzt gut acht Jahre, und es werden mindestens noch einmal so viele, so das Wasserkraftwerk am Tigris überhaupt realisiert wird.
Ebenso lang laufen die Kraftwergsgegner gegen das Mammut-Projekt Sturm. Teil hatten sie Erfolg, obwohl die Werbemaschiene der Untenrehmen - neben VA Tech Hydro sind der deutsche Baukonzern Züblin und ALstom SChweiz mit dabei deutlich besser geschmiert wird, als die von Non-Profit-Organisationen wie ECA Watch.

Wassermangel
Wesentlicher Haken des im Dezember neuerlich als unmittelbar vor dem Spatenstich stehend gefeierten Ilisu-Projekts: Die Finanzierung steht doch noch nicht. Fertig verhandelt sind Insidern zufolge bis date nur die Lieferbedingungen und -verträge zwischen den Konsorten. Die wiederum werden wohl nicht in Kraft treten, solang die Umweltveträglichkeitsprüfung (samt Umsiedelungsplan für rund 15.000 Bewohner in der Türkei) nicht abgesegnet sind.
Hier haken die unter der Dachmarke "Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (Weed)" zusammenarbeitenden Nichtregierungsorganisationen aus Österreich, Deutschland, Belgien, Großbrittanien und der Schweiz ein: Wie die alten Studien aus 1998 würden auch die nun vorgelegten Mängel aufweisen, heißt es im jüngsten, dem Standards vorligendem Weed-Update. Die betroffenen Menschen würden nur mangelhaft informiert, Gutachten nur in Englisch, aber nicht in Türkisch nd schon gar nicht in Kurdisch verfasst.
Ausständig ist laut gut informierten Quellen insbesondere die Exportsicherung durch die Österreichische Kontrollbank. Die wurde 2001 an Auflagen gekoppelt. Erstelung eines Umsiedelungsplan, Erhalt der Wasserqualität, Gewährleistung des Wasserabflusses an Nachbarländer wie den Irak und größtmöglichen Erhalt der historisch wertvollen antiken Stadt Hasankeyf.
Nach einer ersten Durchsicht der 1500 Seiten Umweltverträglichkeitsprüfung und des Umsiedelungsplans vermissen die Weed-Experten zum Beispiel die Vorlage eies verbindlichen Abkommens zwischen Türkei, Syrien und Irak, mit dem der Wasserabfluss garantiert und vor allem gegenüber dem Erstentwurft erhöht wird. Die VA TEch garantiert zwar, den Wasserabfluss erhöht zu haben, legte bis date aber kein schritliches Abkommen vor. Anzeichen, dass diverse Banken Hinweise bekommen haben, dass die als kritisch erachteten Punkte geklärt sind, gibt es bis dato nicht. Die Schweizer UBS zug sich 2002 wegen ökologischer und sozialer Bedenken aus der Finanzierung des 1,2 Mrd. Euro schweren Projekts zurück (ung).