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VA TECH HYDRO Deal unter Dach und Fach

 

11. April 2006: Verkauf der VA-Tech Hydro in Weiz an die Andritz AG ist nach Abschluss der finalen Gespräche besiegelt - Kaufpreis wird nicht genannt.

Graz/Wien - Siemens Österreich und die Andritz AG haben nach Abschluss der finalen Gespräche den Kaufvertrag betreffend die VA Tech Hydro unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, teilte die Andritz AG am Dienstag ad =oc mit. Das Closing der Transaktion ist - nach Vorliegen der Genehmigungen durch die relevanten Kartellbehörden - für Ende Mai 2006 geplant.

Strategisches Standortkonzept für Weiz

Drei Gründe werden von Andritz für die Kaufentscheidung genannt: Es liege ein attraktives Gesamtpaket (Konditionen, Standort etc.) vor, die Anforderungen der EU-Wettbewerbsbehörde würden erfüllt hinsichtlich Kompetenz und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie es gebe ein strategisches Standortkonzept für Weiz.
Im Zuge der wettbewerbsrechtlichen Genehmigung des VA Tech-Kaufs durch Siemens Österreich im Juli des Vorjahres war seitens der EU die Auflage erteilt worden, das Wasserkraft-Geschäft der VA Tech zu verkaufen. Siemens Österreich hatte sich im Februar 2006 entschlossen, mit der Andritz AG abschließende Verkaufsgespräche zu führen, die nun abgeschlossen werden konnten.

Ideale Ergänzung

Für den börsenotierten Grazer Anlagebauer Andritz stelle die Akquisition der VA Tech Hydro eine "ideale Ergänzung" sowohl im Hinblick auf das bestehende Produktportfolio als auch in geographischer Hinsicht dar. Durch den Erwerb werde Andritz zu einem der weltweit führenden Anbieter von Wasserturbinen, heißt es in der Aussendung.
Siemens Österreich gehe davon aus, dass mit diesem Verkauf auch den Interessen des Wirtschafts- und Industriestandortes Österreich gedient sei. Auch der Standort Weiz habe mit dieser Option eine starke Zukunftsperspektive.
Die börsennotierte Andritz-Gruppe ist nach eigenen Angaben einer der Weltmarktführer im Bereich hoch entwickelter Produktionssysteme für die Zellstoff- und Papierindustrie, die Stahlindustrie und andere spezialisierte Industriezweige. Andritz beschäftigt weltweit rund 5.900 Mitarbeiter und entwickelt und erzeugt in 30 Produktionsstätten in Österreich, Deutschland, Finnland, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, USA, Kanada und China. (APA)

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11. April 2006, 14:43 =ESZ

Chronologie des Hydro-Verkaufs

Im September startete Siemens den Verkaufsprozess - Andritz stach im Finale Impsa und Bietergruppe um KTM-Chef Pierer aus.

Wien - Seit Dienstag ist der Teilverkauf der VA Tech Hydro an den börsenotierten Anlagenbauer Andritz besiegelt. Damit hat Siemens die von Brüssel erteilte Auflage zur Übernahme des VA-Tech-Konzerns erfüllt. Rund ein halbes Jahr dauerte der Verkaufsprozess für die Hydro. Im Folgenden die wichtigsten Stationen im Bieterrennen um die Kraftwerkssparte der VA Tech:
13. Juli 2005: Die EU-Kommission gibt Siemens grünes Licht für die rund eine Milliarde Euro schwere Übernahme des VA-Tech-Konzerns. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen werden aber Auflagen ausgesprochen. Siemens muss das Wasserkraft-Geschäft der VA Tech, größter Bestandteil der Hydro, binnen acht Monaten verkaufen.
19. September: Siemens startet den Verkauf, den das deutsche Bankhaus Sal. Oppenheim im Auftrag der Europäischen Union (EU) überwacht. Den Interessenten werden die Verkaufsunterlagen ausgehändigt. Angeboten wird die gesamte Hydro (Wasserkraftwerke, Generatoren und kalorischer Kraftwerksbau). Für den steirischen Problemstandort Reiz, der nach dem Absprung des Siemens-Konkurrenten General Electric (GE) unter Auftragsmangel leidet, ist eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie abzugeben.
27. September: Siemens-Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner spricht in einer Pressekonferenz von mehr als 20 Kaufinteressenten und bekräftigt, den Deal bis Anfang 2006 durchziehen zu wollen.
21. Oktober: Die Frist für die Abgabe unverbindlicher Angebote endet.
Ende Oktober: Sieben Bewerber Aus dem In- und Ausland kommen in die zweite Runde. Diesem Kreis gehören der industrielle Hannes Androsch, eine Gruppe um den Siemens-Aktionär Allianz (mit den Kärntner Baulöwen Hanno und Erwin Soravia an Bord), das Cross-Konsortium von KTM-Miteigentümer Stefan Pierer, Andritz, der argentinische Wasserkraft-Spezialist Impsa, die englisch-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft First Reserve und der indische Mischkonzern =ata an. Der Industrielle Mirko Kovats, ursprünglich als einer der Favoriten behandelt, scheidet überraschend aus.
19. Dezember: Nur Cross, Andritz, Impsa und Tata legen weitere Angebote auf den Tisch, die aber unter Vorbehalten stehen. Noch ungeklärt ist etwa, ob der für die Hydro relevante Teil der VA-Tech-Automatisierungssparte SAT im Paket mitverkauft wird.
13. Februar 2006: Andritz, Cross und Impsa geben verbindliche Kaufofferte ab.
17. Februar: Siemens erklärt Andritz zum bevorzugten Bieter und kündigt exklusive Gespräche mit dem Anlagenbauer an. Andritz übernimmt die VA Tech Hydro nicht im Gesamtpaket, sondern nur die beiden Teile Wasserkraft und Generatorenbau. Die Sparte Gas-Kombi-Kraftwerke Combined Cycle) verbleibt bei Siemens. Die SAT wird zwischen Siemens und Andritz aufgeteilt. Für Weiz verspricht Andritz-Chef Wolfgang Leitner, je nach Bedarf mit Aufträgen aus dem Grazer Andritz-Stammwerk für Auslastung sorgen zu wollen.
11. April: Der Kaufvertrag wird unterzeichnet (Signing), damit ist der Deal perfekt, das "Closing" soll im Mai 2006 stattfinden. Kaufpreis wird keiner bekannt gegeben. Geschätzt wird er auf rund 200 Millionen Euro (exklusive Hydro-Schulden). APA)